| Daten:
Nordrhein-Westfalen, Bremen
Länge: 452 km (mit Werra 744 km)
Quelle: In Hann. Münden aus Werra und Fulda
Mündung: Bei Bremerhaven in die Nordsee
Quellhöhe: 116,5 m ü. NN
Mündungshöhe: 0,00 m ü. NN
Höhenunterschied: 116,5 m
Einzugsgebiet: ca. 46.000 km² (einschl. Werra und Fulda)
Quellflüsse: Werra & Fulda
Gr. Nebenflüsse: Diemel, Aller, Hunte
Großstädte: Bremen und Bremerhaven
Mittelstädte: Hann. Münden, Hameln, Bad Oeynhausen,
Porta Westfalica, Minden, Nienburg, Achim
Zusammenfluss von Fulda und Werra
Die Weser entsteht durch den Zusammenfluss
von Fulda und Werra am Weserstein in der Stadt Hann. Münden.
Unweit davon auf einer Anhöhe befindet sich die
Weserliedanlage, die dem auf den Strom gedichteten Lied
huldigt.
Handelsweg Weser
Vom 16. bis 19. Jahrhundert gab es vor allem
an der Oberweser und an Werra und Fulda zahlreiche Dörfer, in
denen Töpferwaren hergestellt wurden. Umfangreiche
Keramikfunde in diesem Gebiet lassen auf eine starke
Produktion schließen. Man schuf den Begriff Weserkeramik, der
auch zum Ausdruck bringt, dass die Weser als Handelsweg für
die Keramik diente. Aus vielen Töpferorten der Oberweser
gelangten Tonwaren und Steinzeug nicht nur in den stets arm an
Töpfereien gewesenen Raum an der Mittel- und Unterweser,
sondern über die Außenweser auch in die Nordseeküstenländer
Friesland, Dänemark, England und die Niederlande. Der Handel
mit Keramik von der Oberweser beherrschte schließlich den
Markt im gesamten Weserraume, so dass im 18. und 19.
Jahrhundert die Produktionsstätten an Mittel- und Unterweser
(zum Beispiel in Minden) keine Bedeutung mehr hatten.
Als ausgesprochener Exportschlager erwies
sich der Veckerhäger Ofen, der in der 1666 gegründeten
Kurhessischen Eisenhütte Veckerhagen (Oberweser) gegossen und
von dort aus mit dem Schiff zunächst nach Bremen und weiter
sogar zu Kunden in Skandinavien und Amerika transportiert
wurde.
Beinahe wäre die Weser 1707 Zeuge der weltweit ersten
Dampfschifffahrt geworden, hätte nicht die Mündener
Schiffergilde nur wenige Meter vor dem Zusammenfluss von Werra
und Fulda die Erfindung des Denis Papin, ein durch einen
Dampfzylinder angetriebenes Schiff, im Fluss versenkt.
Eisgang
Brücken, Schleusen und Wehre waren seit je her durch den
Eisgang der Weser bei strengem Frost gefährdet. Türmten sich
die Eisschollen zu gefährlichen Höhen auf, wurden sie
gesprengt, um den Druck auf die Bauwerke zu mindern. Bis in
die 1930er Jahre fror die Ober- und Mittelweser auch regelmäßig
zu, sodass eine Überquerung des Flusses zu Fuß oder manchmal
auch mit Wagen möglich war. Nach der Ausweitung des
Kaliabbaus in Thüringen und der Einschwemmung von großen
Mengen Salzes in den Quellfluss Werra, gab es bis zur
Auflassung der Bergwerke in den 1990er Jahren keinen Eisgang
mehr auf der Weser. Seitdem stellt sich der alte Zustand
langsam wieder her.
Versandung
1399 beschrieb der Verdener Bischof Dietrich
von Niem in seiner "Kronik", dass die Weser nach dem
Absinken des Hochwassers im Frühjahr große Mengen steinigen
und sandigen Boden zurückließ. Ende des 16. Jahrhunderts
beschloss der Rat der Stadt Bremen auf Antrag der
Schiffergilde den Bau eines Hafens in Vegesack, weil ihre
Schiffe aufgrund der Versandung der Unterweser die Stadt
Bremen kaum noch anlaufen konnten. Aber auch der Hafen in
Vegesack löste das Problem nicht dauerhaft. Schon bald
mussten die Schiffe in Brake ihre Fracht löschen.
Die Frühjahrs- und Herbsthochwasser der
Weser überschwemmten weite Teile des flachen Landes zwischen
Minden und der Nordsee. Dabei lagerten sich schwerere
Sinkstoffe dichter am Ufer ab als leichtere und schufen somit
Dämme, die das Wasser irgendwann nicht mehr selbst überwinden
konnte. Die dadurch entstandene Strömungsenergie sammelte
sich im Flussbett selbst und die Weser grub sich immer tiefer
ein. Der Auswasch wurde mit fortgespült. Bei Niedrigwasser
lag der Wasserspiegel teilweise so tief, dass das Grundwasser
der Uferregionen abgezogen wurde und Brunnen trocken fielen.
Bei Eisgang oder Hochwasser schaffte die
Weser oftmals bis zu 10 Meter tiefe Kolke, hinter denen sie
das ausgegrabene Material zu Sandbänken oder Inseln anhäufte.
Dabei wechselte sie häufig ihr Flussbett und wurde
unberechenbar für die Schifffahrt.
Die große Weserkorrektur
Die Stadt Bremen begann 1845 mit der
Flusssanierung auf eigenem Staatsgebiet. 1847 hatte man den
ersten Dampfbagger angeschafft, und versuchte mit dem Bau von
Buhnen mit mäßigem Erfolg, den Fluss einzuengen und das
Fahrwasser gemäß den Plänen Ludwig Franzius auf fünf Meter
zu vertiefen. Erreicht wurde aber zunächst nur eine
dauerhafte Tiefe von zwei Metern.
1874 wurde Franzius als Vertreter Bremens in
eine Kommission eingesetzt, die sich mit der Förderung der
Schifffahrt auf der Weser befassen sollte. Er sammelte zunächst
mit wissenschaftlicher Genauigkeit Daten über die Weser und
über ihr gesamtes Zuflussgebiet und erarbeitete aus seinen
Erkenntnissen den Plan einer weiteren Vertiefung und einer
Verengung des Strombettes trichterförmig von Bremen bis zur Mündung.
Dabei setzte er sowohl auf das Ausbaggern mit technischen
Mitteln wie auch auf die Räumkraft des Flusses selbst.
Nach anfänglichen
Durchsetzungsschwierigkeiten verhalf Franzius das verheerende
Hochwasser von 1881 zur Realisierung eines ergeizigen Plans:
Die Weserschleife bei Lankenau-Gröpelingen, die "lange
Bucht", sollte abgeschnitten und der Strom in ein neues
Bett verlegt werden. Trotz ungesicheter Finanzierung wurde
diese Regulierung bereits 1883 verwirklicht. Diese maßgeblichen
Korrekturen der Weser werden auch Große Weserkorrektion
genannt.
Noch während weitere Korrekturen an der
Unterweser in vollem Gange waren und größere Schiffe die
Weser bis Bremen noch nicht befahren konnten, wurde 1888 das
Hafenbecken des Europahafens eingeweiht.
Das Fahrwasser der Unterweser wurde
mittlerweile bis auf 12 Meter weiter vertieft, und während
der Tidenhub bei Bremen vor der Weserkorrektur nur 73
Zentimeter im Durchschnitt von 10 Jahren (1870-79) betrug,
verbesserte er sich bis 2004 auf 4,50 Meter.
Flusslauf
Die Weser beginnt in etwa 116,50 m ü. NN.
als Oberweser in Hann. Münden. Dort entsteht sie aus dem
Zusammenfluss von Werra und Fulda und fließt durch das
Weserbergland bis zur Stadt Porta Westfalica. Direkt nach der
"Hochzeit" der beiden Quellflüsse beginnt bei Hann.
Münden das recht langgestreckte Oberweser-Durchbruchstal, das
sich bis zum Weserknie westlich von Bad Karlshafen
hinaufzieht. Dort wird die Weser zumeist als Grenzfluss
zwischen Hessen und Niedersachsen von recht steilen Berghängen
aus Buntsandstein eingerahmt, in die sich die Weser bis 300 m
tief eingegraben hat. Nach dem Weserknie ist sie meistens
Grenzfluss von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wobei
bis zur Porta Westfalica weitere enge Talbereiche folgen, die
oft von recht steilen waldbedeckten Hängen gesäumt werden.
Von der Porta Westfalica, einem nur kurzen Durchbruchstal bei
der gleichnamigen Stadt, fließt die Weser durch die
Norddeutsche Tiefebene.
Bei Minden wird sie vom Mittellandkanal
gekreuzt. Ab hier heißt sie Mittelweser. Etwas weiter nördlich
fließt die Weser ab Stolzenau durch Niedersachsen. Die
Mittelweser wird durch viele Staustufen, Wehre und Schleusen
reguliert. Die Stauung wurde in den 20er und 30er Jahren des
20. Jahrhunderts durchgeführt, da es aufgrund der
Ausbaggerung der Unterweser für den Überseeverkehr zu
Grundwasserabsenkungen im Mittellauf kam. Außerdem sollte ein
für die Binnenschifffahrt verlässlicher Wasserstand ab der
Querung des Flusses durch den Mittellandkanal gewährleistet
werden. Einige Flussschlingen wurden in diesem Zusammenhang
durch Kanäle abgekürzt, so zu Beispiel bei Dörverden, wo
1911 die Lohofschleife durchschnitten wurde und ab 1914 am
dort neu errichteten Stauwehr ein Wasserkraftwerk Strom
erzeugt. Weitere Regulierungsdurchstiche und Stauwehre wurden
bei Intschede (Gemeinde Blender) und Petershagen an der Einmündung
der Ösper errichtet.
Als Unterweser, die Tidenstrom hat,
bezeichnet man den Flussabschnitt ab der Bremer
Wilhelm-Kaisen-Brücke. Der Tideneinfluss reicht allerdings
noch einige Kilometer flussaufwärts bis zum Weserwehr
(Weserkilometer 362,100). Die Unterweser fließt hier
abwechselnd durch die Länder Bremen und Niedersachsen.
Nach 452 km mündet die Weser bei
Bremerhaven in die Nordsee. Der Mündungstrichter (Ästuar)
wird auch als Außenweser bezeichnet.
Weserinseln
Die beiden Weserinseln Schleusenwerder und
Werder in Hameln sind zusammen 0,8 Kilometer lang. Auf den
Inseln befinden sich Bauwerke, die gastronomisch genutzt
werden, und eine Schleusenanlage.
Bei Landesbergen befindet sich in Höhe der Staustufe eine
Weserinsel.
Auf der Weserinsel Stadtwerder in Bremen liegen das Neue
Museum Weserburg – das größte Museum für Gegenwartskunst
in Deutschland –, die Hochschule für Nautik, mehrere
Kleingartengebiete sowie Strandbäder an der Weser und am
Werdersee. Die Insel, die nach der großen Weserkorrektur zur
Halbinsel wurde, ist 4,3 Kilometer lang.
Bremen: Eine weitere kleine und nicht
bebaute Weserinsel befindet sich zwischen dem Kap-Horn-Hafen
und dem Wendebecken Neustadt.
Die einstige Weserinsel Elsflether Sand vor
Elsfleth ist seit der Weserkorrektur eine Halbinsel, die von
einem 3,1 Kilometer langen Radweg durchzogen wird. Sie ist über
das Huntesperrwerk zugänglich.
Harriersand gegenüber Brake-Harrien ist etwa 11 Kilometer
lang und damit die längste Flussinsel Europas. Sie ist seit
dem Jahr 1830 besiedelt. Vor der zweiten Weserkorrektur
1924–1932 bestand sie noch aus sieben kleinen, voneinander
getrennten Inseln. Harriersand ist von Brake aus mit der
Personenfähre Guntsiet und von Rade aus über eine Straßenbrücke
zu erreichen.
Vor dem Ort Rodenkirchen (Gemeinde Stadland) liegt die
Strohauser Plate. Die als Natura 2000-Gebiet geschützte
Weserinsel dehnt sich in Nord-Süd-Richtung über sechs
Kilometer und in Ost-West-Richtung an der breitesten Stelle über
1,3 Kilometer aus und darf nur im Rahmen von geführten
Exkursionen betreten werden.
Wesermündung in Höhe
Bremerhaven-Weddewarden: Die kleinen Inseln Langlütjen I und
Langlütjen II wurden in den Jahren 1876–1880 als
kaiserliche Forts ausgebaut. Während beider Weltkriege wurden
die Bollwerke mit starken Abwehrgeschützen versehen. Von
September 1933 bis Januar 1934 befand sich auf Langlütjen II
ein Konzentrationslager.
Die Tegeler Plate dehnt sich über mehr als
200 Hektar in der Wesermündung aus und ist die zentrale
Kompensationsfläche für den Bau des Containerterminals III
in Bremerhaven. Die Wahl fiel auf dieses Gebiet, weil es in
der Brackwasserzone der Weser liegt und die Möglichkeit bot,
den Zustand von Natur und Landschaft aufzuwerten. Da die
Tegeler Plate in der Außenweser liegt, kann man sie nicht
mehr als Flussinsel bezeichnen.
Kilometrierung der Weser
Unterweserkilometer Null
Die Oberweser beginnt in Hann. Münden bei Weserkilometer
0,000 und führt bis zum Wasserstraßenkreuz Minden bei
Weserkilometer 204,445. Die hier beginnende Mittelweser endet
wiederum knapp unterhalb der Wilhelm-Kaisen-Brücke, beim
Teerhof in der Bremer Innenstadt bei Weserkilometer 366,720.
Hier endet die durchlaufende Kilometerzählung der Weser und
die Unterweser beginnt bei Unterweserkilometer 0,000. Bei
Unterweserkilometer 1,375 (Nordwestkante der Eisenbahnbrücke
in Bremen) endet die Binnenschiffstraße und beginnt
die Seeschifffahrtstraße Unterweser. Diese geht bis
Unterweserkilometer 85,248 (seewärtige Begrenzung zur Nordsee
laut WaStrG). Hier endet die Weser als Fluss.
Schiffsverkehr
Lastschifffahrt
Die Weser ist vom Zusammenfluss von Werra
und Fulda bis zur Mündung durchgehend schiffbar. Wie groß
die Schiffe maximal sein und wie viel Tiefgang sie haben dürfen,
ist in den einzelnen Abschnitten unterschiedlich.
Die Oberweser darf von Schiffen oder
Schubverbänden mit einer Höchstlänge von 85 und einer Höchstbreite
von 11 Metern befahren werden. Der maximal erlaubte Tiefgang
ist pegelabhängig. Vom aktuellen Pegelstand muss ein
streckenweise unterschiedlicher "Sicherheitsabstand"
abgezogen werden. Dieser beträgt für die Strecken Hann. Münden
– Karlshafen 17, Karlshafen – Bodenwerder 5, Bodenwerder
– Hameln 28 und Hameln – Minden 31 Zentimeter. Die
aktuellen Pegelstände müssen von den Schiffsführern beim
Wasser- und Schifffahrtsamt abgefragt werden.
Die Befahrung der Mittelweser zwischen
Minden und Bremen ist Großmotorgüterschiffen (GMS) bis 85
Metern Länge und 11,45 Metern Breite und
1.350-Tonnen-Europaschiffen mit 95 Metern Länge und 8,25
Metern Breite erlaubt, wobei das Europaschiff einen maximalen
Tiefgang von 2,80 Metern und das GMS einen solchen von 2,50
Metern nicht überschreiten darf.
Die Unterweser darf auch von Seeschiffen
befahren werden, tidenunabhängig mit einem maximalen Tiefgang
von 9 Metern im Abschnitt Bremen – Brake, 11,60 Metern
zwischen Brake und Nordenham und 13 Metern auf der Strecke
Nordenham – Bremerhaven. Hinzu kommt ein mittlerer Tidenhub
von 4,50 Metern.
Der 14-Meter-Ausbau der Außenweser ab
Bremerhaven wurde 2003 fertiggestellt.
Personenschifffahrt
Auf der gesamten Weser verkehren Personenschiffe, darüber
hinaus auch auf der Fulda zwischen Hann. Münden und Kassel.
An die Personenschiffe, die auf der Oberweser verkehren,
werden aufgrund der geringen Wassertiefe besondere
Anforderungen gestellt. So darf auf der Strecke Hann. Münden
– Bad Karlshafen der Tiefgang 45 Zentimeter nicht überschreiten,
um auch bei niedrigem Wasserstand den Linienverkehr bedienen
zu können. Zum Beispiel hat das 1993 in Dienst gestellte
Fahrgastschiff Hessen nur einen Tiefgang von 30 Zentimetern
und besitzt eine nach beiden Seiten ausfahrbare Gangway. An
den Anlegestellen, die keine Anlegebrücken mehr haben,
"ankert" das Schiff in der Flussmitte, indem vier
Stempel hydraulisch auf den Grund abgesenkt werden. Das derart
aufgebockte Schiff verharrt unbeweglich im Wasser. Ein
Anlegezwang gegen die Strömung entfällt somit, ebenso das
Festmachen am Anleger.
Sportschifffahrt
Auf der Weser ist für motorgetriebene Sportboote, bis auf die
Stadtgebiete und Schleusenbereiche, eine Höchstgeschwindigkeit
von 35 km/h erlaubt. In den Stadtgebieten beträgt die
erlaubte Geschwindigkeit 12 km/h zu Tal und zu Berg 18 km/h.
Aufgrund der relativ geringen Strömung und der hohen
erlaubten Geschwindigkeit ist die Weser ein ideales Gebiet für
die Sportschifffahrt.
Besonders die Oberweser ist beliebt bei
Kanusportlern und Wasserwanderern. Durch die Fließgeschwindigkeit
der Weser von durchschnittlich 4,5 km/h bei normalem
Wasserstand kann auch der Freizeitsportler längere Strecken
ohne übermäßigen Kraftaufwand zurücklegen. Zahlreiche
Bootsverleihe tragen dieser Tatsache Rechnung und bieten neben
dem Verleih von Kajaks und Kanadiern auch einen Rückholservice
an.
Wasserstraßenkreuz Minden
Seit 1916 wird die Weser in Minden vom
Mittellandkanal überquert. 1998 kam eine zweite Trogbrücke
hinzu, um dem gestiegenen Schiffsverkehr und den Ausbau des
Kanals auf neue, größere Schiffsklassen Rechnung zu tragen.
Drei Schleusen bilden zwei Verbindungen zwischen Weser und
Mittellandkanal, es muß dabei eine Höhendifferenz von 12m überwunden
werden. Das ist zum einen der Nordabstieg über die
Schachtschleuse und zum anderen der Südabstieg über zwei
Schleusen und dem auf halber Höhe liegenden Hafenbecken.
Weiterhin gibt es am Wasserstraßenkreuz ein Pumpwerk, mit dem
Weserwasser in den Kanal gepumpt wird, um dessen Wasserstand
konstant zu halten.
Durch das Wasserstraßenkreuz Minden erhält
die Weserschifffahrt eine direkte Verbindung in Richtung
Westen zum Rhein und dem Ruhrgebiet sowie der Ems und nach
Osten zur Elbe und über das Wasserstraßenkreuz Magdeburg und
den Elbe-Havel-Kanal weiter bis nach Berlin und zur Oder.
Befeuerung der Unterweser
Die ersten Leuchttonnen mit Gasfüllung
wurden 1830 mit Hilfe des Tonnenlegers Barsen in der Außenweser
eingebracht. 1853 wurde mit dem Bau des großen Leuchtturms an
der Bremerhavener Columbuskaje nach den Plänen des
Architekten Simon Loschen begonnen. Der neugotische
Backsteinturm wurde 1855 fertig gestellt und diente bis 1986
der Befeuerung der Unterweser. Seit 1984 steht er unter
Denkmalschutz. 1855 bis 1856 folgte der Bau des Leuchtturmes
Hohe Weg.
1874 wurden die ersten Feuerschiffe in der
Außenweser ausgelegt. Der berühmte Leuchtturm Roter Sand in
der Außenweser wurde 1885 in Betrieb genommen, 1887 folgten
die Leuchttürme auf dem Eversand. 1907 wurde das
Befeuerungssystem der Außenweser durch Auslegen des
Feuerschiffes Norderney erweitert und eine erste Leuchtbake an
der Robbenplate errichtet, die 1928 durch einen Leuchtturm
ersetzt wurde. Es folgten die Leuchttürme Solthörn (1904)
und Brinkamahof (1912).
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