| Das
starke Gefälle machte eine Regulierung durch Schleusen notwendig.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie zur heutigen voll schiffbaren
Wasserstraße ausgebaut. 1947 ging die Schleuse Koblenz in
Betrieb. Das letzte Stück in Frankreich wurde erst 1978
fertiggestellt.
Die Mosel fließt von ihrem Quellgebiet zunächst
bis Thionville in etwa nördlicher, anschließend in nordöstlicher
Richtung in einem meist engen, gewundenen Tal mit zum Teil großen
Schleifen. Nur selten, u.a. im Trierer Becken, weitet sich das
Moseltal auf. Die ungünstigste Kurve für die Schifffahrt ist der
Bremmer Bogen (km 75,4) mit nur 350 m Radius.
Von ihrer Quelle bis zum Grenzort Apach, auf einer Strecke von 302
km, fließt sie durch Frankreich. Dann bildet sie auf 36 km die
gemeinschaftliche Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland.
Unterhalb der Mündung der Sauer fließt sie bis Koblenz über 206
km auf deutschem Staatsgebiet. Die größten Nebenflüsse Saar und
Sauer münden bei Konz oberhalb Trier in die Mosel. Unterhalb von
Trier hat die Mosel nur noch kleinere Zuflüsse. Die Wasserführung
der Mosel schwankt in weiten Grenzen. Starke Regenfälle in
Verbindung mit der Schneeschmelze führen oft zu einem plötzlichen
Anschwellen des Flusses. Hochwasser treten vor allem im Winter und
Frühjahr auf, ausgedehnte Trockenperioden im Sommer und Herbst.
Die Geschiebeführung auf der deutschen
Moselstrecke ist gering. Die Sohle besteht aus Kies und Geröll
sowie streckenweise aus Fels (Grauwacke, Grauwackeschiefer,
Buntsandstein sowie oberhalb von Trier Dolomit).
1967 wurde die Mosel von Metz bis Koblenz als Schifffahrtsstraße
mit 18 Schleusen frei gegeben.Die Mosel ist von Thionville in
Lothringen bis Koblenz, auf 270 km Länge schiffbar, allerdings
sind 15 Staustufen mit Schleusen nötig, um den Höhenunterschied
dieser Strecke von immerhin 89 m auszugleichen. Für die
Schifffahrt ist die Moselkommission mit Sitz in Trier zuständig.
Neben der Güterschifffahrt kreuzen Ausflugsschiffe zwischen den
touristisch teilweise sehr intensiv erschlossenen Weindörfern und
kleinen Städtchen der Mittel- und Untermosel.
Der Abschnitt der Mosel bis zur Einmündung der
Saar kurz vor Trier wird in Deutschland als Obermosel bezeichnet;
dabei handelt es sich jedoch geographisch nicht mehr um den
Oberlauf des Flusses. Der Bereich von Trier bis Cochem , in dem
die Mosel in vielen Schleifen gewunden ist, wird Mittelmosel
genannt, und der folgende Abschnitt Untermosel. Von Trier an abwärts
trennt die Mosel die beiden Mittelgebirge Eifel (nordwestlich) und
Hunsrück (südöstlich).Die internationale Wasserstraße besteht
aus folgenden Abschnitten:
Deutsche Strecke von Koblenz bis zur Sauermündung
(71 m Fallhöhe, 10 Staustufen) 206 km
Deutsch-luxemburgische Strecke von der Sauermündung bis Apach
(10 m Fallhöhe, 2 Staustufen) 36 km
Internationale Ausbaustrecke in Frankreich von Apach bis
Thionville
(8,4 m Fallhöhe, 2 Staustufen) 28 km
Französische Ausbaustrecke von Thionville bis Neuves-Maison
(71,6 Fallhöhe, 14 Staustufen) 129 km
Von Koblenz bis Neuves-Maison
(161 m Fallhöhe, 28 Staustufen) 392 km
Streckendaten Apach-Koblenz
Wasserstraßenklasse IVb
Streckenlänge: 242 km (deutsche und deutsch-luxemburgische
Strecke)
Fahrrinnentiefe: Mündung bis Schleuse Koblenz (km 0,0-1,96): wie
im Rhein bei Koblenz; Schleuse Koblenz bis Rauenthal (km
1,96-3,55): 3,70 m bei Regelstau; Rauenthal bis Apach (km
3,55-242,21): durchgehend 3,00 m.
Fahrrinnenbreite: mindestens 40 m
Durchfahrtshöhen unter den Brücken bei HSW: in der Regel 6 m;
unter der Eisenbahnbogenbrücke Koblenz-Lützel: max 5,32 m, min.
3,53 m
Gesamtfallhöhe: 81 m (Unterwasser Apach - Unterwasser Koblenz)
Staustufen: 12 (2 auf deutsch - luxemburgischen Gebiet, 10 auf
deutschem Gebiet)
Mittlere Fallhöhe je Staustufe: 6,80 m
Mittlere Länge einer Stauhaltung: rund 20 km
Schleusenkammer je Staustufe: 170 m lang und 12 m breit, Ausnahme:
Eingangsschleuse Koblenz mit zwei Kammern (170 m x 12 m und 122 m
x 12 m)
Bootsschleuse je Staustufe: 1, (18,00 m x 3,40 m x 1,50 m) mit
Selbstbedienung
Bootsgassen an Staustufe: 7, (Müden, Fankel, Enkirch, Zeltingen,
Wintrich, Grevenmacher, Palzem)
Sektorwehre: Oberhalb Trier 2 Felder, ab Trier 3 Felder, Feldweite
40 m, hydraulische Steuerung (Ausnahme Koblenz mit 3feldrigem
Walzenwehr, mittlere Walze mit Fischbauchklappe zur Eisabfuhr)
Wasserkraftwerke: 12, Ausbauzufluß in der Regel 400m³/s
Bauweise: je 4 (oberhalb Trier: 3) Kaplan-Rohrturbinen mit schrägliegender
Welle (Ausnahme Koblenz mit Kaplan-Turbine mit senkrechter Welle)
Schutzhäfen: 4, (Senheim, Traben, Bernkastel, Trier-Ehrang)
Zugelassene Einzelfahrer und Verbände: Einzelfahrer bis 110 m Länge
und 11,45 m Breite.
Schubverbände mit bis zu 2 Schubleichtern, Gesamtlänge bis
172,10 m, Breite bis 11,40 m (Tragfähigkeit 3.300 t bei 2,50 m
Tiefgang)
Kreuzungsbauwerke: 47 Eisenbahn-, Straßen- und Wegebrücken
Herzlichen Dank an Thomas
Seidel, der für uns die Geschichte der Mosel recherchiert hat.
|