Der
Kanal wurde nach siebenjähriger Bauzeit am 11. August 1899 eröffnet.
Gründe für den Bau waren die Entlastung der Eisenbahn, die
alleine nicht mehr in der Lage war, die Produktion des
Ruhrgebiets zu transportieren, sowie die Förderung der
Ruhrkohle, die seit den 1880ern Konkurrenz durch englische
Importkohle erfuhr. Gleichzeitig benötigte man im Ruhrgebiet
aber auch ausländische Erze. Insbesondere die Stahlindustrie
des östlichen Ruhrgebiets konnte gegenüber den am Rhein
gelegenen Hüttenwerken ihren Standortnachteil verringern.
Das bekannteste Bauwerk des
Dortmund-Ems-Kanals ist das Alte Schiffshebewerk
Henrichenburg in Waltrop, das es den Schiffen ermöglichte,
einen Höhenunterschied von 14 Metern zu überwinden. Es war
bis 1962 in Betrieb und wurde dann durch ein neues Hebewerk
und eine neue Schleuse (1989) ersetzt. Heute ist es ein
Standort des Westfälischen Industriemuseums.
Einige Kilometer weiter nördlich erreicht
der Kanal die Stadt Datteln, die gleichzeitig an vier
Wasserstraßen liegt:
Datteln-Hamm-Kanal
Wesel-Datteln-Kanal
Dortmund-Ems-Kanal
Rhein-Herne-Kanal
Dabei treffen sich alle vier Kanäle am
Hafen der Stadt, womit an dieser Stelle ein Schwerpunkt der
westdeutschen Binnenschifffahrt festgelegt ist.
Im Zuge des Verlaufes des Kanals werden auf
Brücken die Flüsse Lippe, Stever und Ems überquert. Die Brücken
stellen sich im Verlauf der "Alten Fahrt" als mächtige
Gewölbebauwerke mit jeweils drei Bögen dar und führen den
Kanal beispielsweise an der Lippe in 15m Höhe über den
Fluss.
Eine weitere nicht ganz so augenscheinliche
technische Besonderheit stellt die ehemalige Überquerung der
"Alten Fahrt" über die B 235 innerhalb von Olfen
dar. Das Bauwerk ist als Gewölbebrücke ausgeführt, wobei
die Achse des Gewölbes die Achse des Kanals in einem Winkel
von nur 60 Grad schneidet. Die daraus resultierenden
statischen Probleme konnten erstmals an dieser Stelle
gemeistert werden.
Bereits 1829 entstand der Ems-Hase-Kanal von
Lingen nach Meppen. Als der Dortmund-Ems-Kanal angelegt wurde,
wurde er ausgebaut und in ihn einbezogen.
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
musste die Rinne des Kanals verbreitert werden. Weil sich
diese Aufgabe bei den auf den Dämmen liegenden Abschnitten
nicht so ohne weiteres umsetzen ließ, beschloss man den Bau
der "Neuen Fahrt" zwischen Olfen und Münster. Zu
diesem Zweck wurde der Kanal parallel zum bestehenden komplett
neu gebaut, die bereits bestehenden Flussüberquerungen wurden
ebenfalls neu erstellt. Nach Abschluss der Arbeiten wurde die
"Alte Fahrt" für den Schiffsverkehr gesperrt und
teilweise abgetragen, ein weiterer Teil dient nunmehr als
Biotop.
Aktuelle Verbreiterung des Kanalbettes
Derzeit laufen an der "Neuen
Fahrt" erneut Arbeiten zur Verbreiterung des Kanalbettes.
Diese werden am vorhandenen Kanal im laufenden Betrieb und
ohne Sperrung des betroffenen Abschnittes durchgeführt.
Am 11. Oktober 2005 ist es im Rahmen der
Bauarbeiten an der Überführung des Kanals zur Lippe (bei
Olfen) zu einem Leck gekommen, dadurch ist der Kanalabschnitt
an der Baustelle trocken gefallen. Die Schifffahrt ist hier
nicht mehr möglich. Kanalschiffe aus Richtung
Mittelland-Kanal und Emden müssen für den Weg ins Ruhrgebiet
einen ca. 300km langen Umweg über die Niederlande nehmen. Die
Flutwelle bedrohte zeitweilig flussabwärts gelegene
Ortschaften wie (Datteln-)Ahsen. Wann die Schifffahrt wieder
aufgenommen werden kann, ist im Oktober 2005 noch nicht
absehbar, da die Brückenfundamente durch Unterspülung
Schaden genommen haben könnten.
Orte entlang des Kanals
Dortmund - Waltrop - Datteln - Olfen - Lüdinghausen
- Senden - Münster - Ibbenbüren - Hörstel - Rheine -
Hesselte - Lingen - Geeste - Meppen - Haren - Lathen -
Fresenburg - Heede - Lehe - Aschendorf - Papenburg - Oldersum
- Emden
"Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Dortmund-Ems-Kanal
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