| Die
Donau ist der einzige große europäische Fluss, der von Westen
nach Osten fließt, erreicht nach 2.888 Kilometern in Rumänien
und der Ukraine das Donaudelta und mündet dort ins Schwarze
Meer. Im Gegensatz zu anderen Flüssen werden die Kilometer von
der Mündung bis zur Quelle hochgezählt, offizieller Nullpunkt
ist der Leuchtturm von Sulina am Schwarzen Meer.
Die Donau hat einen Einzugsbereich von ca.
817.000 km2.Die Donau ist mit 2.845 Kilometern ab dem
Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in
Donaueschingen beziehungsweise 2.888 Kilometern ab der
Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste
Strom in Europa. Nach Deutschland und Österreich durchfließt
der Fluss noch acht weitere europäische Staaten und mündet im
ausgedehnten Donaudelta in das Schwarze Meer.
Der rumänische Name der Donau lautet Dunărea,
auf Bulgarisch, Serbisch und Kroatisch heißt sie Dunav, auf
Ungarisch Duna, auf Slowakisch Dunaj und auf Englisch und Französisch
Danube. Alle diese Namen stammen vom lateinischen Danubius ab,
dem Namen eines römischen Flussgottes. Die Endung au entstammt
dem germanischen ouwe (Aue, Fluss), der deutsche Name gilt seit
1763. In früheren Urkunden wird die Donau "Tonach"
genannt, später auch "Donaw".
Der zweitgrößte europäische Fluss hat in
den Kulturen seiner Anrainerländer und darüber hinaus viele
Spuren hinterlassen. Neben zahlreichen Sagen und Legenden haben
sich auch Schriftsteller mit ihm auseinandergesetzt, von Ovid,
der in der Tristia 3,10 den starken Eindruck besang, den die
zugefrorene Donau auf ihn machte, bis zu Claudio Magris und Péter
Esterházy, die sich am Ende des 20. Jahrhunderts mit dem Thema
beschäftigten. Ihren berühmtesten kulturellen Widerhall fand
die Donau jedoch in der Musik, im (ursprünglich mit einem
anderen Text komponierten und uraufgeführten) Donauwalzer aus
der Feder von Johann Strauß.
Die Donau ist entlang ihres Laufes für rund
10 Millionen Menschen eine bedeutende Trinkwasserquelle. In
Baden-Württemberg beliefert der Zweckverband Wasserversorgung
den gesamten Raum zwischen Stuttgart, Bad Mergentheim, Aalen und
dem Alb-Donau-Kreis mit Trinkwasser, von dem gut 30 Prozent
(2004: 30 Millionen Kubikmeter) aufbereitetes Donauwasser sind.
Auch Städte wie Ulm oder Passau verwenden großteils noch
Donauwasser als Trinkwasser.
Österreich dagegen bezieht zu 99 Prozent sein
Trinkwasser aus Grund- und Quellwasser, nur sehr selten, zum
Beispiel während Hitzeperioden in Wien, wird Wasser aus der
Donau entnommen, um daraus Trinkwasser zu gewinnen. Dasselbe
gilt in Ungarn, das zu 91 Prozent Grundwasser verwendet. Auch
die anderen Staaten entlang des Mittellaufs verzichten aufgrund
der starken Verschmutzung auf die Verwendung von Donauwasser als
Trinkwasser. Nur Orte an der Donau in Rumänien, wo der Strom
wieder sauberer ist, versorgen sich noch weitgehend mit dem
Wasser aus der Donau (Turnu-Severin, Donaudelta).
Geologie
Obgleich die Oberläufe der Donau heutzutage
verhältnismäßig kleiner sind, ist die Donau geologisch viel
älter als der Rhein, mit dem ihr Einzugsgebiet im heutigen Süddeutschland
konkurriert. Dies führt zu einigen Besonderheiten.
Der Rhein ist der einzige Fluss der Alpen, der
nördlich in Richtung zur Nordsee fließt. Dabei nimmt er die nördlich
abfließenden Wasser der Europäischen Wasserscheide auf. Diese
teilt wie eine unsichtbare Linie Teile von Süddeutschland.
Noch vor der letzten Eiszeit begann der Rhein
erst an der südwestlichen Spitze des Schwarzwaldes. Das Wasser
der Alpen, das heute in den Rhein fließt, wurde damals in der
„Urdonau“ nach Osten getragen, die bis zur Rißeiszeit
weiter nördlich im Tal der heutigen Altmühl und des Wellheimer
Trockentals entlang der Linie Wellheim–Dollnstein–Eichstätt–Beilngries–Riedenburg
floss. Die (heute wasserlosen) Schluchten in der jetzigen
Landschaft der Schwäbischen Alb sind Teile des Bettes dieses früheren
Flusses, der erheblich größer war als die heutige Donau.
Nachdem die Oberrheinische Senke gleichsam abgefressen worden
war, änderte der größte Teil des Alpenwassers seine Richtung
und speist heute den Rhein.
Es fließen bis heute Teile des Donauwassers
durch den porösen Kalkstein der Schwäbischen Alb in den tiefer
liegenden Rhein. Da diese große Menge unterirdischen Wassers
sich zugleich mehr und mehr in den umgebenden Kalkstein frisst,
wird angenommen, dass die obere Donau eines Tages völlig
zugunsten des Rheins verschwinden wird.
Bei Immendingen kommt es im Flusslauf zur
Donauversickerung. Hier versickert ein großer Teil des
Donauwassers im Boden und gelangt über unterirdische Höhlen im
Karststein zum über 14 Kilometer entfernten Aachtopf, von wo
aus das Wasser in den Bodensee und später in den Rhein gelangt.
Bei sehr wenig Wasser kann es zeitweise auch zur kompletten
Versickerung kommen; die Donau wird dann nur noch von den Flüsschen
Krähenbach und Elta gespeist. Da dieses Trockenfallen des
Flusses in den letzten Jahrzehnten rapide zugenommen hat, wird
ein Teil des Donauwassers durch einen Stollen an der
Versickerungsstelle vorbeigeleitet. Der Stollen und das zugehörige
Wehr befinden sich hinter dem Ortsausgang von Immendingen, der
Stollen selbst führt nach Möhringen. Eine weitere
Donauversickerung, die weiteres Wasser unterirdisch zum Aachtopf
führt, befindet sich bei Fridingen an der Donau.
Bis kurz hinter Wien hat der Strom eher
Gebirgsflusscharakter, erst danach wandelt er sich allmählich
zu einem Tieflandfluss. Faktoren wie etwa Schneeschmelzen und
starke Niederschläge im Alpenraum begünstigen dabei das rapide
Anschwellen des Flusses und die Entstehung von Hochwassern.
Durch die zunehmende Regulierung des Flusses und die teilweise
Zerstörung von Auen wurde dieser Effekt noch gesteigert und das
Ausmaß der Hochwasser nahm im 20. Jahrhundert zu. Die Höchststände
der letzten hundert Jahre waren die Hochwasser von 1954, 1988
und 2002.
Schifffahrt
Die Donau ist erst ab Kelheim, fast 500 Kilometer hinter der
Quelle, über eine Gesamtstrecke von 2415 Kilometern bis zur Mündung
für die Binnenschifffahrt befahrbar. Durch den
Main-Donau-Kanal, welcher bei Kelheim in die Donau mündet, ist
auch eine durchgehende Wasserstraße von der Nordsee bis ins
Schwarze Meer gegeben.
Aus der Sicht der Donauschifffahrt wird die
Donau in drei Bereiche eingeteilt:
Obere Donau von Kelheim bis Komárom/Komárno
Mitteldonau von Komarom/Komarno bis Turnu Severin
Untere Donau von Turnu Severin bis zur Mündung
Die Donau ist eine der ältesten und
bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Bereits in frühgeschichtlicher
Zeit diente sie als Transportweg für Handelswaren wie zum
Beispiel Pelze, die meist noch mit einfachen Flößen den Fluss
entlang transportiert wurden. Im Mittelalter wurden Boote, die
nach dem langen und damals noch sehr gefährlichen Weg ihren
Zielhafen erreicht hatten, häufig demontiert und als Feuerholz
verkauft, um den beschwerlichen und langsamen Rückweg zu
vermeiden.
Über die Jahrtausende konnten Boote stromaufwärts
nur durch Treideln vorankommen. Dabei wurden die Boote von
Menschen oder Zugtieren, später auch Lokomotiven stromaufwärts
gezogen. Dies endete im Jahr 1812, als in Wien das erste
Donaudampfschiff in Betrieb genommen wurde. Kurze Zeit später,
im Jahre 1829, wurde die erste
Donaudampfschifffahrtsgesellschaft ins Leben gerufen. Dadurch
wurden die Schiffe schneller, zum Beispiel fuhr das erste
Dampfschiff "Franz I" im Jahre 1930 die Talfahrt von
Wien nach Budapest in 14 Stunden 15 Minuten. Für die Bergfahrt
von Budapest nach Wien benötigte er 48 Stunden 20 Minuten. Im
September 1937 fuhr das erste Schiff, die "Maria Anna"
von Wien nach Linz. Eines der letzten Exemplare dieses
Schiffstyps ist in Regensburg als Museumsschiff zu besichtigen (http://www.dsmr.de/).
Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts war auch die Blüte der
Kettenschiffe, die sich an einer zuvor fest in der Fahrrinne des
Flusses verlegten Kette mit Dampfmaschinenkraft den Fluss
„hinaufzogen“. Solche Ketten wurden zuerst für die Strecke
Wien–Pressburg verlegt, 1891 aber auch bei Ybbs und
Regensburg.
Ursprünglich war die Donau ein offener
Handelsfluss, nutzbar für jedermann. Im Pariser Frieden 1836
wurde dieses Recht auch erstmals kodifiziert. 120 Jahre später,
am 18. August 1948, wurde auf der Belgrader Konferenz in der
"Konvention über die Regelung der Schifffahrt auf der
Donau" dieses Recht erneut festgeschrieben, das Befahren
der Donau ist Schiffen aller Flaggen erlaubt, nur Kriegsschiffen
fremder Flagge ist das Befahren der Donau untersagt.
Neben vielen berühmten und sehenswerten
Einzelzielen entlang der Donau sind zahlreiche Donaulandschaften
und Nationalparks von touristischer Bedeutung, so zum Beispiel
der Naturpark Obere Donau in Deutschland, die Wachau sowie der
Nationalpark Donau-Auen in Österreich, das Eiserne Tor zwischen
Serbien und Rumänien und das transnationale Donaudelta.
Insbesondere auf der nicht schiffbaren und
daher verkehrsfreien oberen Donau gibt es die Möglichkeit zu
Kanu-, Paddel- und Bootstouren, in Deutschland und Österreich
ist die Donau darüber hinaus mit langen Radwegen gesäumt, die
hervorragend für Radwanderungen geeignet sind. Auch der
Flusskreuzfahrttourismus ist bedeutend, neben der vielbefahrenen
Strecke von Wien nach Budapest fahren einzelne Schiffe auch von
Passau bis in das Donaudelta und zurück. Zur Hochsaison
befahren über 70 Kreuzfahrtschiffe den Fluss.
"Dieser Artikel basiert
auf dem Artikel Donau
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