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Alles im Fluss
27.07.2010 - BÜRSTADT / LAMPERTHEIM

SCHIFFFAHRT Im Strom ist noch Platz / Marc Hannig zu Verkehrssicherheit auf dem Rhein

Für die meisten Menschen in Bürstadt sind Flüsse in erster Linie Ausflugsziel, ein Ort für Freizeitsport oder ein Verkehrshindernis: Brücken als werden als lästiges Nadelöhr wahrgenommen. Dass es sich beim Rhein um eine bedeutsame Wasserstraße handelt, dringt nur ins öffentliche Bewusstsein, wenn es Probleme mit der Schifffahrt gibt. Marc Hannig, der stellvertretende Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) in Mannheim, berichtet über die Chancen dieses Verkehrswegs.

Welche Aufgaben gehören zum Verantwortungsgebiet des Schifffahrtsamts?

Wir betreuen den Rhein ab Flusskilometer 352,07 bei Neuburgweiher (südlich von Karlsruhe) bis 493,5 kurz vor Mainz. Das sind 142 Kilometer Wasserstraße. Hinzu zählen noch die 4,6 Kilometer von der Neckarmündung (in den Rhein) bis zur Schleuse Feudenheim sowie die schiffbaren Althreinarme bei Stockstadt-Erfelden und Lampertheim. Von den 4,7 Kilometern kümmern wir uns hauptsächlich um die ersten 2,7 Kilometer bis zur Umschlagstelle. Aus Naturschutzgründen betreuen wir auch die restlichen zwei Kilometer. Außerdem findet dort lediglich Sportschifffahrt statt. Wir sind nicht für Freizeitgewässer oder nichtschiffbare Flüsse zuständig.

Endet der Zuständigkeitsbereich an der Wasserlinie?

Nein. Ufer und Landflächen gehören ebenfalls dazu. Bei Letzterem handelt es sich um einen Streifen von zehn bis 15 Metern Breite, auf denen sich Betriebswege, die sogenannten Lein- oder Treidelpfade befinden.

Die Stadt Lampertheim möchte den Altrhein ausbaggern, damit er für den Wassersport nutzbar bleibt. Dafür wurden im kommunalen Haushalt 500 000 Euro bereitgestellt. Allerdings handelt es sich ja um eine Bundeswasserstraße. Kann Ihre Dienststelle hier finanzielle Hilfe oder Arbeitsgeräte, zum Beispiel ein Baggerschiff, zur Verfügung stellen?

Es existieren bereits Kontakte zwischen der Stadt, dem WSA und der Bundesanstalt für Gewässerkunde, die sich mit Fragen der Gewässerökologie beschäftigt. Nach einer Probenentnahme wurde festgestellt, dass die Feinsedimente nicht schadstoffbehaftet ist, somit könnten sie im Rhein umgelagert, das heißt verklappt werden.

Weil das Ausbaggern lediglich der Verbesserung der Wasserqualität und nicht der Schiffbarmachung dient ist jedoch dafür das Land beziehungsweise die Kommune zuständig. Im Übrigen ist unser Baggerschiff viel zu groß, um dort eingesetzt zu werden.

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