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Zwangspause für Kapitäne 03.07.10

Stuttgart. 30 Grad, Sonne pur, unterm Kiel die kühlen Wellen des Neckars. Aber darüber kann sich Schiffsführer Uwe Wallstab nicht freuen. Sein Schiff "Andy" liegt seit Montag im Stuttgarter Hafen fest.

Kleinreparaturen und der Sommerputz des Schiffes sind für Wallstab und sein Team Ablenkung und Nervenschonung. Seit Montag liegt das "MS Andy" aus Neckargmünd am Kai vertäut. Gezwungenermaßen. Im Bauch des "MS Andy" sind Tonnen von Schrott. "Normalerweise wäre ich heute in Straßburg. Auf der Rückreise hätten wir Sand und Kies geladen und hätten diese Ladung am Montag in Stuttgart gelöscht", erklärt der Neckarschiffer.

Stattdessen muss er Geduld bewahren. Der Grund ist ein Defekt neckarabwärts, an der Schleuse Hessigheim. "Der Torflügel ist am unteren des Wasserdruck abtragenden Bauteils auf ganzer Länge gerissen", erklärt Walter Braun, der Leiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Stuttgart. Ihm blieb nichts anderes übrig, als die Schifffahrt unverzüglich zu sperren - und 15 Schiffen im Oberwasser der Schleuse eine Zwangspause zu verordnen.

Ein Unglück kommt selten allein. "Im Normalfall wäre der Defekt ohne weitere Auswirkungen auf den Schiffsverkehr, weil dieser über die Zwillingskammer abgewickelt werden könnte." Aber unglücklicherweise ist diese wegen planmäßiger Reparaturmaßnahmen außer Betrieb", erklärt Braun. Um den Schaden auf ein Mindestmaß zu beschränken, werden die Reparaturarbeiten abgebrochen. Die Kammer kann aber frühestens am 10./11. Juli wieder in Betreib gehen. Solange liegen die Schiffe fest und so lange sind die Häfen in Plochingen und Stuttgart wasserseitig abgeschnitten.

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